Hüttenwanderung Zillertal

1998

Berliner Höhenweg

Furtschaglhaus-Alpenrose-Greizerhütte-Kasseler Hütte

 

 

 

1. Tag

Anfahrt mit dem Auto zum Schlegeisspeicher (1782m).Wir die fünf Wanderer Albert, Nadine, Hermann, Volker und ich treffen mit unseren Familien und einigen anderen Bekannten mit dem Auto am Sclegeisstausee Schlegeisspeicher (1782m) ein. Nach kurzer Zeit sind die Autos von Ihren Gepäckstücken entleert, die sich von nun an mit ca.18kg auf unserem Rücken bemerkbar machen. Um ca. 14Uhr geht der große Trupp in Richtung Talende .

 

 

 In ca. 1 Stunde erreichen wir das  Ende des Schlegeissstausees was mit einer kleinen Rast belohnt wird, da die Kinder und zum Teil auch die Erwachsenen eine Rast für nötig befinden.

Abschied von meiner Frau

 

 Irgendwann geht es dann weiter, bis wir den Einstieg zum Furtschaglhaus erreichen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Ersten verlassen den Trupp, was später noch mit einem Hagelsturm bestraft wird. Ab hier führt der Weg serpentinenartig durch eine steile Graslandschaft nach oben, dem Furtschaglhaus entgegen. Als zwei Drittel des Weges geschafft waren verließ uns dann auch noch die restliche Begleitmannschaft. Man muss aber betonen, das zwei Kinder in der kurzen Zeit die Hütte erreicht hatten, und nun den Rückweg mit antraten. 

 

 

 

Nun wurde es langsam stürmisch und es begann zu Regnen. Dieser Regen wurde zu ganz dicken Tropfen und der Wind begann zu peitschen. Kurz vor der Hütte mussten wir noch unsere Regenkleidung anziehen um nicht total naß zu werden. 

Furtschagelhaus

 

Etwas später erreichten wir dann das Furtschaglhaus (2293m). Nach dem Einquartieren nahmen wir im Speiseraum Platz. Hier nahmen wir auch irgendwann unser Abendessen und ein paar Bierchen zu uns. Das Abendessen viel leider etwas mager aus, was aber am nächsten Morgen mit furtztrockenen Broten belohnt wurde. 

 

Ach hätte ich fast vergessen, wir hatten am Abend noch ein schönes Gewitter zum anschauen. Die Schlafkabinen waren natürlich die allgegenwärtigen Mannschaftsräume. 

 

2. Tag

Der nächste Morgen zeigte sich nicht gerade von seiner besten Seite, es war bedeckt und recht kühl, aber es regnete nicht. Soweit ich mich erinnern kann gingen wir fast als Letzte um 8Uhr 30 los.

Furtschagelhaus

 

 Weiter ging es nun leicht ansteigend durch grüne Wiesen dem Schönbichler Horn entgegen. Aber nach kurzer Zeit wechselte das Gelände in eine steinige Wüste und es wurde steiler, was mich manchmal ganz schön außer Puste brachte. Hermann und Volker bildeten die Spitze unserer Gruppe, Albert und Nadine waren die "Letzten". 

 

Kurz unterhalb des Schönbichler Horns mußten wir unsere Wanderstöcke einpacken, da hier eine Drahtseilsicherung war, die man nur "Ohne" passieren konnte. Ab hier fing für manch einen der "Ernst des Lebens" an. 

Schönbichler Horn

 

Die Schönbichler Scharte(3080m) war nur durch leichtes kraxeln zu erreichen und es wurde zunehmend windiger und kälter. Endlich in der Scharte angelangt, musste man alles gegen Sturm und Kälte sichern. Hier legten wir unsere Rucksäcke ab, um noch die letzten Meter, die wieder mit Drahtseil gesichert waren, zum Horn (3134m) zu erreichen. 

 

 

Volker hatte hier nur noch einen einzigen Gedanken "Ist die Tour wirklich was für mich ????????". Hermann hatte Ihm leider immer nur was von einem einfachen Wanderweg erzählt. Während er diesen Gedanken nachhing "bezwangen" wir das Horn. 

Abstieg vom Schönbichler Horn

 

Hier oben musste man sich gut festhalten um nicht vom Sturm weggefegt zu werden. Die Hände waren eiskalt und wir trugen uns in das Gipfelbuch ein. Nach kurzem Genuss der leider nicht vorhandenen Fernsicht (aber man konnte die Berliner Hütte erkennen) kehrten wir zum armen Volker zurück. Irgendwie konnte er sich wieder aufrappeln und wir konnten dem Abstieg Richtung Berliner Hütte "gelassen" entgegen sehen. Dieser Abstieg war für einen Ungeübten doch recht heftig. Das erste Teilstück war mit Drahtseilen gesichert und doch sehr steil .Volker und Nadine hatten hier ihre "leichten" Probleme diese Passage zu überwinden.

 

 

 Aber die Angst wurde belohnt und wir schafften alle zusammen den Abstieg. Danach hatten wir uns eine schöne Pause und einen Obstler verdient

 

Schönbichler Grat

 

Nun folgten wir dem Schönbichler Grat Richtung Kähenfuß (2587m) mit ständigem Ausblick auf einen naheliegenden Gletscher und ins Tal zur Berliner Hütte. Der ständige Abstieg machte manch einem doch ganz schön zu schaffen. Irgendwann konnte man im Tal auch die Alpenrose Hütte erblicken. 

 

Bald kam die Abzweigung, wo wir uns entscheiden mussten. Alpenrose oder Berliner Hütte. Die Entscheidung war dann doch recht einfach, weil die Alpenrose etwas näher lag. Diese Entscheidung sollte uns noch sehr erfreuen, denn nach späterer Besichtung fanden wir die Berliner Hütte einfach zu großkotzig.

Alpenrose Dachappartement

 

 Nach erreichen der Alpenrose bestellten wir uns etwas zu trinken und nahmen ein Fußbad im Bach. Danach bezogen wir das "Dachapartment" und machten uns fertig zum Abendessen. Das Essen war sehr gut und wir plauderten noch den restlichen Abend.

 

 

 An diesem Abend gab es vor der Hütte noch eine tolle Erscheinung und zwar kam eine ganz dichte Nebelwand das Tal heraufgekrochen und verdeckte alles. Am nächsten Morgen wurde uns ein schönes Frühstück beschert.  

 

3. Tag

Auch an diesem Morgen schien das Wetter nicht so zu wollen wie wir, denn als wir zur Tür hinaustraten fing es an zu regnen. Also gut, Regenkleidung an, und ab geht die Post. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir die Berliner Hütte, die wir schnell passierten.

 

Unterschlupf im Regen   

Aber mit dem Regen wollte es nicht besser werden. Um so weiter es den Berg hinauf ging desto kälter wurde es auch. Nach ca.90 Minuten  hatten wir den Schwarzsee erreicht und das Wetter wurde nicht besser. Hier entdeckten wir ein kleines Zelt, wie eine Hundehütte.

 

 

Hieraus kam einer gekrochen der nicht gerade begeistert schien. Er berichtete uns, das er mit einem Kumpel, der noch in der Hundehütte lag, über die Mörchenscharte kam und es dort Oben sehr kalt (fast an der Frostgrenze) sei und der Boden total aufgeweicht wäre.

Kurze Pause des Regens

 

 Es wäre nicht sehr ratsam heute noch über die Mörchenscharte zu laufen. Nun mussten wir eine Entscheidung treffen. Weiter oder zurück. Da es aber immer noch Bindfäden regnete, entschlossen wir uns zur Alpenrose zurück zukehren. Bei dem Rückweg schauten wir kurz in der Berliner Hütte rein.

 

Hier sah es aus wie in einer Bahnhofshalle, was uns absolut nicht gefiel. Schnell verließen wir diesen Ort des Grauens und stiegen ab zur Alpenrose. Hier verbrachten wir den Nachmittag und entschlossen uns später noch zu einer kleinen Wanderung, da es nicht mehr regnete. Das Abendessen und das Frühstück  waren wieder gut und an diesem neuen Morgen schien auch die Sonne.

 

4. Tag

 Neuer Tag neues Glück . Es war am frühen Morgen schon warm, so das wir die kurzen Hosen anziehen konnte. Nach dem guten Frühstück ging es dann aufs Neue los. Vorbei an der Berliner Hütte hinauf zum Schwarzsee.

Auf dem Weg zum Schwarzsee

 

Schnell hatten wir den Schwarzsee erreicht. Der Schwarzsee (2472m) ist wohl einer der schönsten Seen in den Alpen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf verschiedene Gletscher in dem umliegenden Gebiet.

 

 

Bei diesem herrlichen Wetter und der schönen Aussicht beschlossen wir ein kleines Vollbad in dem 10 Grad warmen Wasser zu nehmen. Dies war sehr toll, man konnte es nur nicht lange im Wasser aushalten. Bis auf Nadine, die war am längsten drin fror aber anschließend sehr lange.

Schwarzsee

 

 Nach einer längeren Pause ging es dann weiter einen kleinen Hügel hinauf, hier verzweigte sich der Weg. Rechts zur Mörchenscharte und links zur Melkerscharte auf deren Weg noch der Eissee lag. 

 

 

Wir mussten den Weg zur Mörchenscharte nehmen, der sehr schön zu begehen war und ständig einen grandiosen Ausblick bot. Kurz vor der Scharte mussten wir ein Schneefeld queren, welches auch noch sehr steil abfiel. Anschließend ging es in einigen Kehren sehr steil nach oben zur Scharte.

Mörchenscharte

 

 

Hier machten wir eine längere Pause. Von der Mörchenscharte (2870m) hatte man einen herrlichen Ausblick, man konnte sogar schon  den weiteren Verlauf des Weges erkennen und bis hinüber zur Greizer Hütte blicken. Von der Scharte ging es abwärts in die Felsen und über Drahtseilsicherungen hinunter auf den gut sichtbaren Moränenkegel. Der Abstieg war recht steil und für Volker und Nadine nicht gerade einfach.

 

 

 

 Von oben konnte man leider eine starke Wolkenbildung im Talkessel erkennen. Um so tiefer wir kamen desto öfter wurde uns die Sicht durch Nebel versperrt. Der Weg führt über die Moräne, dann über Grashänge in Kehren nördlich dem Klamm hinunter. 

Abstieg von der Mörchenscharte

 

Wir überqueren den Bach und steigen über eine Leiter hinab in den Floitengrund (1875m).Hier mussten wir wieder den Bach überqueren was allerdings nicht so einfach war. Denn er war etwas breiter und man musste sich Steine suchen auf denen man den Bach überqueren konnte.

 

 

Floitengrund

 

Im Floitengrund erwartete uns eine wackelige Brücke die mit viel zu weit unten liegenden Sicherungsseilen ausgerüstet war. Nach getaner Arbeit legten wir eine Pause ein und kühlten unsere Füße im  Nass des Baches.

 

Jetzt trennten uns noch 400 Höhenmeter von der Greitzer Hütte. Diese vielen uns sehr schwer, weil wir heute doch schon einiges geleistet hatten. Der Weg wurde gesäumt von niedrigen Hecken und wir mussten öfters eine kurze Pause einlegen. Irgendwann erreichten wir dann die Greizer Hütte (2226m) im dichten Nebel.

 Diese war jetzt schon total überfüllt. Wir bezogen unser Quartier (Hermann und Volker im Bügelzimmer) und gingen zum Abendessen. In der Nähe des Bügelzimmers quartierten ein paar Holländer deren Füße wohl schon lange kein Wasser mehr gesehen. Hier und in der näheren Umgebung stank es fürchterlich nach Käsemauken. Wir verbrachten hier einen gemütlichen Abend und schliefen gut ein.

 

 

5.Tag

 Am nächsten Morgen schien sich nichts geändert zu haben. Ich ging aus der Tür und es herrschte immer noch die gleiche graue Suppe wie am Vorabend. Wir frühstückten und packten unsere Sachen zusammen. Albert holte sich Teewasser und war sehr erstaunt über den Preis, denn der Betrug genau 3DM für 1 Liter warmes Wasser. Wir liefen los, konnten aber außer Nebel nichts sehen.  Hermann und ich trugen kurze Hosen, die wir nach geraumer Zeit gegen lange

Larpenscharte

 

 

 Hosen eintauschen mussten. So erreichten wir bei schlechtem Wetter die Larpenscharte (2700m), bei Null Sicht. Nun folgten wir den ganzen Tag dem Weg durch den inneren Stillupgrund in ca 2200 Meter bis zur   Kasseler Hütte (2177m) . Diese Tour zehrte doch sehr an unseren Nerven, denn außer Nebel haben wir den ganzen Tag nichts gesehen.

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Kasseler Hütte hatten wir doch einiges an Zeit verloren und Nadine konnte auch nicht mehr. Aber unsere Frauen wollten uns doch heute am Stilluppspeicher der noch ca . 3 Stunden entfernt war abholen. Wir fragten in der Gaststube nach Handy`s, welche auch vorhanden waren, aber leider keinen Empfang hatten. So entschlossen sich Hermann und ich mit samt unseren sieben Sachen zum Speicher zu laufen und den Frauen Bescheid zu sagen. Albert, Nadine und Volker blieben noch eine Nacht auf der Kasseler Hütte, bevor wir Sie am nächsten Tag abholten.

Diese war eine sehr schöne Tour.